Sozialer Betrieb
In unserem Standard-Faltblatt steht zum Abschluss folgender Satz: „STATTAUTO München versteht sich nicht nur als CarSharing Dienstleister, sondern der Betrieb ist zugleich Ort und Instrument zur Förderung der beruflichen und sozialen Integration.“ An dieser Stelle geben wir zusätzliche Erläuterungen – für diejenigen, die sich für diesen Aspekt unserer Arbeit interessieren.
Als wir STATTAUTO München im April 1992 gegründet haben, stand zunächst die Entwicklung der Dienstleistung CarSharing als professionelle, innovative Verkehrsdienstleistung für München im Vordergrund. Von Beginn an war aber auch folgendes klar: Sollte die Umsetzung des CarSharing Konzeptes erfolgreich verlaufen und sollte sich dabei eine eigenständige betriebliche Infrastruktur entwickeln, die sinnvolle Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für die Zielgruppen der Benachteiligten in ausreichendem Umfang bietet, dann sollte STATTAUTO als eigenständiger Sozialer Betrieb (Zweckbetrieb einer gemeinnützigen Körperschaft) geführt werden. Ab 1994 lagen schließlich die entsprechenden Rahmenbedingungen vor – bei 600 Nutzern, 30 Autos und 14 Stationen – und es wurden die ersten zeitlich befristeten Beschäftigungsmaßnahmen für „bedürftige“ Langzeitarbeitslose (Sozialhilfeempfänger – heute: Arbeitslosengeld II - Empfänger) begründet – vor allem in den Bereichen „Fuhrparkmanagement / Fahrzeugpflege“ und „Verwaltung“.
Seither haben wir unser sozialpolitisches Engagement immer weiter ausgebaut – parallel zur erfolgreichen betrieblichen Entwicklung. Heute (Stand: Dezember 2008) arbeiten 42 Personen bei STATTAUTO. Davon zählen 30 (über 70% der Beschäftigten) zur Zielgruppe der so genannten Maßnahmeteilnehmern. Wir glauben, dass sich mit STATTAUTO München ein gutes Beispiel für „Nachhaltiges Wirtschaften“ entwickelt hat: Nicht nur die Prinzipien der ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit sind erfüllt, sondern auch das Prinzip der „sozialen Verträglichkeit“, das nur all zu oft dem Rentabilitätsdenken geopfert wird, ist wirksam umgesetzt.
Um die besonderen sozial- und berufspädagogischen Aufgabenstellungen erfüllen zu können, erhält STATTAUTO München Zuschüsse der
- Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigung München (ARGE) und der
- Landeshauptstadt München – Referat für Arbeit und Wirtschaft.
Dafür möchten wir uns an dieser Stelle bedanken. Ohne diese Zuschüsse und vor allem ohne die enge Einbindung des Betriebes in die örtlichen sozial- bzw. beschäftigungspolitischen Strukturen wäre es nicht möglich, STATTAUTO München als sozialen Betrieb zu führen.
Weiterhin können wir folgende Dokumente empfehlen:
Die Leistungsbeschreibung für die Sozialen Betriebe in München – herausgegeben vom Fachverband „Münchner Arbeitsgemeinschaft Arbeitsförderungsinitiativen (Stand: März 2009). An der Erarbeitung dieser Rahmenkonzeption hat STATTAUTO München maßgeblich mitgewirkt.
pdf-Datei: MAG AFI Leistungsbeschreibung 2009
Birgit Obermeier hat im Frühjahr 2007 eine Reportage über STATTAUTO München als Sozialer Betrieb verfasst, die im Magazin „Mitbestimmung“ der Hans-Böckler-Stiftung erschienen ist. Dieser Artikel gibt unseres Erachtens sehr treffend wieder, was sich im Innenleben von STATTAUTO München als Sozialer Betrieb abspielt.
pdf-Datei: Magazin Mitbestimmung 5-2007 STATTAUTO
Soziale Betriebe sind Instrumente zur Förderung der beruflichen und sozialen Integration von Personen, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt als benachteiligt gelten und bei denen ein erhöhter Förderbedarf besteht. Soziale Betriebe bieten marktfähige Dienstleistungen an und nutzen ihre betriebliche Infrastruktur vorrangig dazu, die Entwicklung der beruflichen und sozialen Kompetenz der Maßnahmeteilnehmer/innen nachhaltig zu fördern. In diesem Sinne sind Soziale Betriebe stets Zweckbetriebe gemeinnütziger Körperschaften.
Die Grundlage des Integrationskonzepts bilden die vertraglich fixierten Vereinbarungen zwischen Betrieb und Maßnahmeteilnehmern/innen in Form von Beschäftigungs-, Arbeits- bzw. Ausbildungs- / Umschulungsverträgen. Damit werden die Teilnehmer/innen in den Arbeitsprozess und in die betriebliche Infrastruktur eingebunden. Zusätzliche Beratungs- und Bildungsangebote, die sich stets am individuellen Entwicklungsbedarf orientieren und im Kontext zum betrieblichen Geschehen stehen, stellen sicher, dass der Soziale Betrieb ein ganzheitliches Förderkonzept verfolgt.
Soziale Betriebe sind ein ergänzendes Angebot zum Regelsystem
der beruflichen Bildung und Beschäftigungsförderung. Soziale
Betriebe bieten im Vergleich zu Schulen, Maßnahmen in
Lehrgangsform oder Beratungs- und Vermittlungsaktivitäten, durch
ihre zusätzliche betriebliche, praktische Ausrichtung ausgezeichnete
Rahmenbedingungen zur Intensivierung der individuellen
Förderung und sind in dieser Hinsicht anderen Maßnahmetypen
deutlich überlegen.
Auszug aus der Leistungsbeschreibung „Soziale Betriebe in München“ des Fachverbandes MAG AFI (Münchner Arbeitsgemeinschaft Arbeitsförderungsinitiativen), München 2009
